Moin Zusammen.
Ich greife hier mein Thema vom Ende des letzten Jahres nochmal auf, um zu berichten.
Nachdem es im Dezember noch Lieferschwierigkeiten bei den Stoßdämpfern gab, hat mich die kalte Witterung im Januar und Februar daran gehindert das Projekt anzugehen, auch weil meine Werkstatt keine Heizung hat. Dann wurde es mit Einzug des Frühlings ernst.
Ich habe zunächst mein Auto in einer Hobbywerkstatt auf eine Mietbühne gefahren um mir einen Überblick zu verschaffen. Dabei stellte sich heraus, dass die hinteren Lager der Querlenker links und rechts jeweils verschlissen waren. Die machten vermutlich auch die starken Schlaggeräusche beim Durchfahren von Löchern. Außerdem ist mir in dem Zuge auch aufgefallen, dass die Bremsbeläge vorn fast bis auf die Träger runter waren. Da fehlten nur noch zwei bis drei Millimeter. Das hat mich tatsächlich etwas geschockt, da ich mit einer Warnmeldung gerechnet hatte.
Bei der anschließenden Suche nach Ersatzteilen stellte ich schnell fest, dass das Tauschen einzelner Lager der Querlenker überhaupt keinen Sinn macht. Der Preis für einen kompletten Querlenker inkl. beider Lager und Traggelenk liegt mit ca. 70,- € unwesentlich höher als die der Summe aller Lager (wozu dann noch die Arbeit des Auspressens gekommen wäre).
Folgende Teile habe ich dann bestellt:
- Zweimal Bremsscheibe vorn (Markenhersteller B.)
- Zweimal Bremsbeläge vorn (s.o.)
- Zweimal Stoßdämpfer vorn (Markenhersteller ebenfalls mit B. aber andere Firma als Bremsen)
- Zweimal Querlenker komplett mit allen Lagern
- Zweimal Spurstangenköpfe
- Zweimal Koppelstangen
Die Teile waren problemlos nach drei bis vier Tagen auf dem Hof. Preis rd. 600,- €.
Dazu habe ich mir einen Federspanner gegönnt, für rd. 90,- € (Dazu könnte ich nach ausführlicher Recherche im Netz noch einen eigenen Beitrag schreiben:-)
Die Reparatur ohne Bühne war eine größere Herausforderung als ich dachte, auch weil ich seit 20 Jahren nicht mehr solche aufwendigen Schrauber-Aktionen durchgeführt habe. Die Demontage der Stoßdämpfer war o.k., der Federspanner hat tadellos funktioniert. Nur die rechte Koppelstange ließ sich nicht lösen, da das Gegenhalten über einen 6er Imbus erfolgt, der naturgemäß nur begrenzte Kräfte aufnehmen kann. also musste die Flex her (ich hasse das).
Die Domlager waren noch gut in Schuss, trotzdem habe ich sie neu gefettet. Ich habe die neuen Stoßdämpfer dann zunächst wieder provisorisch im Dom eingebaut und am Achsträger angeschraubt, bevor ich mich an die Demontage der Querlenker gemacht habe. Dies erschien mir sinnvoll zu sein, da ich Sorge hatte, dass der Achsträger an der Antriebswelle hängend zu labil wird. Ich wusste nicht, ob man die Antriebwelle einfach aus dem Getriebe ziehen kann und wollte auf Nummer sicher gehen.
Auch die Demontage der Querlenker war kein Problem. Aber dann kam das Traggelenk im Achskörper. Hier kam es zu größeren Schwierigkeiten auf Grund von starker Korrosion. Ich habe mich dann entschlossen den alten Querlenker vom Traggelenk zu trennen, um besser arbeiten zu können. Die Demontage der Traggelenke hat je Seite ca. 1 Stunde beansprucht, da ich sehr aufwändig mit Rostlöser, Meisel und anderem Werkzeug hantieren musste (das macht definitiv im Knien und Liegen keinen Spaß!). Die Teile waren quasi wie verschweißt. Nach der Demontage habe ich die Passungen mit 180er Schleifpapier ausgiebig entrostet. Die Montage der neuen Querlenker war dann wieder ganz o.k.
Der Wechsel der Koppelstangen und Spurstangenköpfe verlief altersangemessen (bezogen sowohl auf das Alter des Fahrzeuges wie auf das Alter des Mechanikers).
Um die Spur möglichst wenig zu beeinflussen habe ich die Konterschrauben der Spurstangen in ihrer Position so exakt wie möglich beibehalten. Trotzdem werde ich Spur und Sturz neu einmessen lassen, auch da das Lenkrad leicht aus der Mitte gelaufen ist, was vermutlich daran liegt, dass ich den Radeinschlag während der Demontage mehrfach verändern musste um besser arbeiten zu können.
Nach der Fertigstellung war ich etwas angespannt, wie sich die Arbeiten auf das Fahrverhalten ausgewirkt haben würden. Zunächst gab es noch einige Geräusche aus dem Bereich der Vorderachse, dies hat sich aber nach dem ersten Feldweg und 10 km Bundestraße gelegt. Geradeauslauf, Bremsverhalten und Federungskomfort sind wie erhofft.
Für alle Arbeiten habe ich zwei Tage mit ca. 10 - 12 Stunden inkl. Kaffee- und Bierpausen gebraucht. Gegen die Knie- und Rückenschmerzen habe ich eine Ibu eingeworfen, da half auch das dritte Bier nicht mehr.
Würde ich das ganze nochmal machen? JA, aber ich hoffe, dass ich es nicht brauche und die Teile jetzt die nächsten 150k halten, außer den Bremsen natürlich:-)
Aber es gibt ja noch die Hinterachse.
Soweit so gut
Grüße Andreas